Transromanica Teil 2

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Eingefangen

Man gewöhnt sich an die Gestaltung der Kirchen und deren Fassaden.
Aus massiven grauen Steinen gebaut, glatte Wände mit wenig Dekor.
Auffallend sind die Portale, über mehrere Säulen oder auch nur treppenartige Abstufungen in die Tiefe gehend.
Kirche Gesamtansicht Kein figürlicher Schmuck, nur ornamentale Verzierungen.
Die Kirchen sind vom Grundriss meist einschiffig mit rechteckigem Chor.
Als einziger Schmuck neben den Portalen fallen die Friese unterhalb der Dachtraufe auf.
Die Sonne verstärkt das Ornament der herausragenden Kragsteine durch Licht- und Schattenspiel.

Unser nächster Anlaufpunkt ist das Mosteiro de São Pedro de Ferreira.
Wir finden uns auf einer weitläufigen Wiese mit Bäumen, Bänken und einem Teich wieder.
Zeit für die Mittagsrast.
Ein Ausflugsziel der Einheimischen. Es gibt ein Café, mit Glaswänden an drei Seiten, voll besetzt und mit Billardtisch, der Kaffee ist nicht teurer als anderswo.

Die Kirche liegt oberhalb, freistehend, drumherum nur neue Gebäude, wir fragen uns,wo war das Kloster, wo waren die Mönche untergebracht ? Allein das Pfarrhaus scheint noch Teil des alten Klosters zu sein, die Umrisse des gesamten Areals sind jedoch nur zu erahnen.

Wir finden wieder einen Ansprechpartner.
Eine junge Frau, auch diese freut sich über unser Interesse, schließt ihr Büro ab und führt uns ins Innere der Kirche.

Wir sind überrascht.
Keinerlei Verbrämung, rein Stein, schlank und hoch, da keine Seitenschiffe, auf dem Altar lediglich ein weißes Tuch. Ein meditativer Ort, der aber nicht belebt wird.
Die Kirche wurde zu Ende des 12. Jahrhunderts gebaut, erste christliche Ansiedlungen datieren aus dem 8. bis 10. Jahrhundert, dieser Kultplatz ist sicher noch einige Jahrhunderte älter.

Nach unserer Rückkehr in das etwas abseits von Kirche und Café gelegene Büro und das im Aufbau begriffene Museum dürfen wir uns in bequemen Ledersesseln sitzend einen Werbefilm der Region ansehen, von den Sehenswürdigkeiten der Rota bis zum Rafting.
Wir bekommen noch den Tip auf den Weg, dass der nächste Ansprechartner im Kloster Sousa zu finden ist und nicht in Cête, unserem nächsten Ziel.
Die Rota ist in einen Percuso Norte und einen Percuso Sul angelegt.
Mit diesem Kloster ist die nördliche Route abgeschlossen.

Wir studieren die Karte und orientieren uns Richtung Süden.
Da müssen wir zunächst ein gutes Stück fahren und da wir alle diese Sehenswürdigkeiten mit Bedacht an einem Tag ohnehin nicht wahrnehmen können, beschränken wir uns auf drei nahe beieinander liegende Orte.

Nach ca. 30 min rollen wir eine recht breite Zufahrt hinunter und sehen zunächst eine Kirche und einen dahinter liegenden großen Friedhof, auf dem an diesem Sonntagmittag ein älteres Paar Gräber pflegt, das
Mosteiro de São Pedro de Cête.

Weinüberwucherter Innenhof Erstmals im Jahre 924 ist hier ein Kirchengebäude dokumentiert, die Anlage wurde dann zu Zeiten der Reconquista im 10. und 11.
Jahrhundert ausgebaut.
Die Kirche ist vollständig erhalten, das Klostergelände aber macht den Eindruck, als kümmere sich niemand darum.
Ein Schild weist uns darauf hin, das ein Etat der EU sowie der Gemeinde zur Restaurierung der Kirche zur Verfügung steht.
Wir sehen ein solches Schild nicht zum ersten Mal.
Wir wissen dass die Kirche geschlossen ist, weit und breit ist niemand zu sehen.


Eine Runde um die Kirche laufen geht auch nicht. Aber da müssen doch Nebengebäude sein, schließlich war das mal ein Kloster.
Es gibt einen Hinweis auf Privatbesitz und das das Betreten untersagt sei, als Fremde jedoch verstehen wir das nicht.
Die hinteren Klostergebäude sind halb verfallen, bis vor einigen Jahren noch landwirtschaftlich genutzt, wie alte, historische Ackergeräte bezeugen.
Alles ist von hohen Weinranken überwachsen , wir trauen uns weiter vor und wähnen uns im Märchen.
Kleine Treppen, Verschläge, angelehnte Holztüren, seit langem nicht geöffnet, ein Feigenbaum, eine Olive und immer wieder dicke alte Weinstöcke und unendliche Ranken.
Verzaubert, verzaubernd.




Miniautur Modell an Quelle Nachdem wir uns losgerissen hatten machten wir Halt an der im Tal gelegenen Ermida da Nossa Senhora do Vale.
Eine Ermitage auf halbem Weg zwischen den Klöstern Cête und Paco de Sousa.
Unklar, zu welchem sie gehörte.

Wasser beherrscht den Platz, überall kleine Bachläufe, jetzt, im Juli.
Die Quelle ist fein geschmückt, ein Landschaftsbild mit kleinen Figuren.
Ein Festtag, eine Prozession mit einer Madonnenstatue und vielen Szenen aus dem traditionellen Landleben.
Die kleine Kirche ist sorgfältig renoviert und, zentral am Dorfrand gelegen.
Da fährt, wer in der Region ansässig, auch gerne mal hin.



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